Während der Golfsport und das Minigolfen massentauglich geworden sind und viele Menschen in Deutschland diese beiden Golfarten kennen und entweder hobbymässig und professionell ausüben, verhält es sich mit dem Swingolf noch ein wenig anders. Swingolf bietet Einsteigern des Golfsports durch sein vereinfachtes Regelwerk und die kostengünstige Ausstattungsanforderungen, einen idealen Mittelweg zwischen dem herkömmlichen Golfspiels und Minigolfs.

Swin Golf

Abschlag beim Swingolf

Geschichte des Swin Golf

Der Name des Swingolfs wird von der Bewegung, dem „Swin(g)“, abgeleitet. Die vereinfachte Golfsportvariante wurde 1982 in in der Nähe von Paris von dem französischen Architekten, Laurent de Vilmorin, entwickelt. Allerdings reichen die Ursprünge bis weit in das Mittelalter zurück. Aus denen im 14. Jahrhundert, bzw. 16. Jahrhundert verbreiteten Präzisionssportarten, Colf (Belgien/Niederlande) und Paille-Maille (Frankreich, Italien und der Niederlande), entwickelte sich nicht nur das heutige Swingolf, auch das freie Golfen, welches 1890 in Deutschland etabliert wurde, ist auf diese Zeiten zurückzuführen.

Swin Golf Universal Schläger und Balll

Swingolf Universal Schläger mit Balll

Übereinstimmungen und Unterschiede zu anderen Golfvarianten

Ähnlich wie beim freien Golfen, ist es auch beim Swingolf das erklärte Ziel, den Hartschaumball mit Hilfe eines Universalschlägers, mit möglichst wenigen Schlägen, über die Spielbahn zu befördern und am Ende der Spielbahn den Ball in dem Loch zu versenken. Ebenfalls aus dem Golf bekannt, besteht eine komplette Spielrunde aus 18 Fairways (Spielbahnen) und ist auf 72 Par (Richtwert an Schlägen) ausgelegt, welche auch mit den Vorgaben des Golfsports übereinstimmen. Zum Abschlag (Drive) wird auch beim Swingolf ein Platikstift (Tee) in den Bonde gesteckt, sodass dem Spieler durch die höhere Ballposition ein einfacherer Abschlag ermöglicht wird. Doch weitere Übereinstimmungen sind zwischen Swingolf und dem klassischen Golfsport nicht zu finden.

Abschlag im Rough

Abschlag im Rough

Der essentielle Unterschied beider Golfvarianten besteht in der Spielfläche. Während ein klassischer Golfplatz in etwa 75 ha, an oftmals künstlich errichteter Landschaft verschlingt, benötigt ein durchschnittlicher Swingolfplatz nur rund 10 ha an Landfläche, die zur Platzerrichtung auch in ihrem natürlichen Zustand belassen wird. Dadurch ist die Entwicklung des Swingolfs gerade in den Regionen fortschreitend, in denen Flächenknappheit die Erbauung herkömmlicher Golfplätze verhindert. Daher sind die Fairways des Swingolfs auch mit 65 bis 300 m deutlich kürzer, als die bis zu 550 m langen Fairways des Golfs.

Swing Golf Loch

Swing Golf Loch

Familienfreundlicher Spielspaß in der Natur

Die geringen Ausstattungsanforderungen und das vereinfachte Regelwerk, machen das Swingolf gerade für Familien sehr interessant. Im Gegensatz zum Golf, sind beim Swingolf keine Kleidungsvorschriften gegeben, Tiere können auf manchen Anlagen mitgeführt werden und die unkomplizierten Regeln ermöglichen ein stressfreies Spiel in der Natur. Eine Platzreife ist ebenso nicht notwendig und wird durch eine kurze Einweisung bezüglich der Technik, der Regeln und zur Sicherheit ersetzt. Gespielt wird in einer Gruppe von maximal 4 Personen und die Ausrüstung wird auf der Anlage gegen eine Kaution gestellt. Die Ausrüstung umfasst jeweils einen dreiseitigen Schläger, der nicht nur Chancengleichheit unter den Spielern gewährt, sondern auch universell zum Abschlagen oder Einlochen genutzt wird. Jeder der drei Seiten am Schläger ist dabei für verschiedene Schläge nutzbar, wie einem langen Schlag (Drive), einem hohen Schlag (Pitch) und dem Einlochen (Put). Ebenfalls werden zwei Spielbälle gestellt, die im Vergleich zu den traditionellen Golfbällen, mit einem 5 cm großen Durchmesser doppelt so groß sind, dafür aber durch ihr doppelt so hohes Gewicht von 50 g, eine deutlich langsamere und kürzere Flugbahn aufweisen. Die überschaubare Austattung, ist für professionelle Spieler daher deutlich günstiger zu erweben, als eine komplette Golfausrüstung. Vergleichbar ist der finanzielle Aufwand daher eher mit dem Minigolf, wo ebenfalls die Ausstattung mit der Bezahlung der Platzgebühr gestellt wird. Die Platzgebühr beim Swingolf liegt für jede Altergruppe, auch mit Erlassen für Schüler, Studenten oder Rentnern, jedoch deutlich darüber (9-12 Euro pro Person), kann aber auf vielen Anlagen durch eine Familienkarte für 4 Personen (33-35 Euro), nochmals gesenkt werden.

Swin Golf 18 Loch

Swin Golf 18 Loch

Swin Golf eine Weltweite Verbreitung – auch in Deutschland

Die Verbreitung des Swingolfs ist in Europa, seit Erfindung im Jahr 1982, noch nicht flächendeckend vorangeschritten. In den Anfangsjahren in den 80ern, wurde der Sport noch auf öffentlichen Grünanlagen betrieben, obwohl schon gegen Ende des Jahrzehnts ein eigener Verband unter dem Deckmantel des französischem Golfverbands gegründet wurde und ein – bis zum heutigen Tag gültiges – Regelwerk ausgearbeitet. In den 90er-Jahren wurde der Sport in die französischsprachigen Gebiete in der Schweiz (Rommandie) und Belgien (Wallonie) auch ausserhalb der französischen Grenze verbreitet und in Frankreich entstanden die ersten Anlagen, wobei auch Mindeststandarts für weitere Anlagen und deren Ausstattung festgelegt wurden. Ab dem Jahr 2000 wurde der Swingolf auch ausserhalb der französischen Sprachgrenze bekannt. Durch einen Artikel in der Schweiz über eine Swingolfanlage, wurden auch deutschsprachige Golfsportinteressierte erreicht und der französische Swingolfverband öffnete sich durch die Abstellung des Vorstandsmitlgieds, Jean-Pierre Weber, dem deutschsprachigem Raum. Im Jahr 2005 wurde dann der Swingolfverband für den deutschsprachigen Raum gegründet. Es wurden alle französischen Lizenzierungs- und Zertifizierungsanforderungen adoptiert und bereits 2012 sind in Deutschland insgeamt 37 Swingolfanlagen errichtet worden, auf welchen bereits schon drei Mal, die seit 2005 ausgetragene Europameisterschaft, stattgefunden hat. Weitere wichtige Märkte in Europa sind neben Frankreich und Deutschland, ausserdem noch die Schweiz, Österreich, die Niederlande, Belgien, Island und Teile an der Adriaküste Italiens. Ausserhalb Europas sind vorallem Südafrika und Thailand zu nennen, wo Swingolf inzwischen als Hochschulsport angeboten wird. In Deutschland hat sich der Schwerpunkt des Sports nach Norddeutschland fokussiert, nachdem in den letzten Jahren vermehrt Anlagen erbaut wurden und seit 2012 die größte Anlage in Europa in Flensburg eröffnet wurde. Die deutsche Meisterschaft wird jährlich seit 2006 auf verschiedenen Plätzen ausgespielt.

Swin Golf Anlagen Deutschland

Swingolf Anlagen in Deutschland

Quellen: Grafik der Swingolf Anlgen © swingolf-deutschland.de
Verband des Swin Golf Federation in Frankreich