Bikepacking - Einstieg, Ausrüstung und Touren
Bikepacking heißt: mehrtägiges Radfahren mit minimalem Gepäck, meist abseits der Straße. Du brauchst kein neues Rad — aber clevere Taschen, ein leichtes Schlafsystem und einen Plan. Hier findest Du unsere Kaufberater zu Taschen, Zelten und Schlafsäcken, dazu Erfahrungsberichte von Rennen wie dem Tuscany Trail.
Wenn man die besten Teile vom Mountainbiken und vom Backpacking zusammenfuegt, bekommt man Bikepacking. Radeln, zelten, weiterradeln, weiterzelten — je laenger und weiter, umso besser. Ein einziger Overnighter kann sich schon wie ein langer Urlaub anfuehlen. Im Gegensatz zur klassischen Radtour findet Bikepacking hauptsächlich abseits der Straße statt: auf Pfaden, Schotterwegen, gemischtem Gelände. Du landest sehr schnell in der Welt der Ultraleicht-Ausrüstung, weil jedes Gramm zählt.
Drei Themen, mit denen Du anfangen solltest
1. Die Taschen
Das Wichtigste am Bikepacking-Setup. Du verteilst Dein Gepäck auf drei bis fuenf Taschen direkt am Rahmen, am Lenker und an der Sattelstuetze. Wir vergleichen die wichtigsten Hersteller (Apidura, Ortlieb, Restrap, Tailfin) im Taschen-Kaufberater.
2. Das Schlafsystem
Zelt, Schlafsack und Isomatte. Hier entscheidet sich, wieviel Volumen und Gewicht Du am Bike hast. Unser Zelt-Kaufberater deckt MSR, Big Agnes und Vango ab. Beim Schlafsack-Vergleich schauen wir uns Quilts und Mumienschlafsaecke unter 600 Gramm an.
3. Die Route
Komoot oder Ride With GPS sind unser Standard. Mit der Komoot-App planst Du Routen nach Untergrund (Asphalt, Schotter, Singletrail) und exportierst die GPX-Datei auf Deinen Garmin oder Wahoo. Für den Einstieg: Overnighter im Umkreis von 80 km. Später: mehrtaegige Touren wie der Tuscany Trail.
Bikepacking-Events und Rennen
Wer einmal Lust auf mehr hat, landet bei den Bikepacking-Rennen. Self-supported, gegen die Uhr oder einfach im eigenen Tempo: vom Candy B Graveller in Deutschland (640 km) bis zum Three Peaks Bike Race über die Alpen (2.150 km). Wir haben den Tuscany Trail 2023 gefahren und bereiten uns auf die Edition 2026 vor.
Die komplette Event-Übersicht zeigt alle wichtigen Gravel- und Bikepacking-Rennen in Europa für 2026.
Performance & Recovery
Lange Distanzen erfordern mehr als gute Taschen. Wir teilen unsere Erfahrungen zu Schlaf-Optimierung, Ernährung während der Tour und Recovery-Strategien im Biohacking-Bereich — speziell zugeschnitten auf Bikepacker.
Häufige Fragen zum Bikepacking
Bikepacking ist mehrtägiges Radfahren mit minimalem Gepäck, oft abseits asphaltierter Straßen. Statt klassischen Radtaschen am Gepäckträger nutzt Du Rahmentaschen, Lenkerrollen und Sattelstuetzen-Taschen. Ziel ist Leichtigkeit und Gelaendetauglichkeit.
Nein. Du kannst mit jedem Rad starten - vom Mountainbike bis zum Trekking-Rad. Ein Gravel Bike ist allerdings ein guter Kompromiss: schnell auf Asphalt, robust auf Schotter, mit Halterungen für Rahmentaschen. Mountainbikes sind besser für technisches Gelände, Touring-Raeder für lange Asphalt-Etappen.
Realistisch zwischen 600 und 1.500 Euro für Taschen, Schlafsystem und Zelt - ohne Bike. Apidura/Ortlieb-Taschen-Set: ca. 250-450 Euro. Ultraleicht-Zelt: 250-500 Euro. Daunen-Quilt: 200-400 Euro. Isomatte und Kocher: 100-200 Euro.
Klassische Radreise = Gepäckträger mit Packtaschen, oft auf Asphalt, hohes Gewicht (15-25 kg Gepäck). Bikepacking = rahmenintegrierte Taschen, gemischtes Gelände, leichtes Gepäck (6-12 kg). Bikepacking ist sportlicher und gelaendegaengiger.
1. Komoot oder Ride With GPS für die Route. 2. Wasserquellen, Einkaufsmoeglichkeiten und Schlafplaetze recherchieren (iOverlander, OpenStreetMap). 3. Tageskilometer realistisch schaetzen: 60-100 km auf gemischtem Gelände. 4. Wetter-Forecast für 5+ Tage vorab prüfen. 5. Notfall-Kontakte und Track an Vertraute schicken.
Bayern: Isar-Quellweg (250 km, einfach), Altmuehltal-Radweg (170 km, leicht). Bodensee-Koenigssee-Radweg (450 km). Schweiz/Österreich: Veneto-Loop, Slowenien-Tirol. Beim Einstieg: 2-Tages-Overnighter im Umkreis von 80 km starten, dann steigern.